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Digitale Anamnese erhöht Patientenzufriedenheit signifikant

Ein neues wissenschaftliches Paper zur DASI-Studie ist jetzt öffentlich verfügbar. Ihre Ergebnisse setzen ein starkes Signal für die digitale Unterstützung in der Versorgung.

In der cluster-randomisierten Studie wurde untersucht, welchen Einfluss eine digitale Anamnese-App auf die Patient:innenzufriedenheit in ärztlichen Bereitschaftspraxen hat. Die App, die von aidminutes entwickelt und bereitgestellt wurde, führte Patient:innen vor der Konsultation strukturiert und einfach verständlich durch ihre Beschwerden und stellte die Informationen anschließend für die ärztliche Behandlung übersichtlich bereit.

Das Ergebnis: Patient:innen, die die App nutzten, bewerteten ihre Versorgung signifikant besser als Patient:innen in der Standardversorgung. In 12 von 17 untersuchten Zufriedenheitsaspekten schnitt die Interventionsgruppe besser ab; auch in den Bereichen Kommunikation, medizinische Versorgung sowie Information und Unterstützung zeigte sich eine signifikant höhere Zufriedenheit.

Für uns ist das eine wichtige Bestätigung: Digitale Anamnese kann mehr sein als Prozessoptimierung. Sie kann Patient:innen besser vorbereiten, Ärzt:innen gezielter informieren und die Versorgung spürbar patientenzentrierter gestalten.

Das vollständige BMC Health Services Research Paper ist über SpringerNature ShareIt öffentlich verfügbar.

Modellprojekt DimeADigitale mehrsprachige Anamnese mit aidminutes.anamnesis im Landkreis Hildesheim

Die Zahl der Menschen in Deutschland mit einer Sprachbarriere ist hoch. Die Finanzierung von Sprachmittlung im Gesundheitswesen führt auf Bundesebene regelmäßig zu Diskussionen, die in einer Sackgasse münden.

Die medizinische Primärversorgung asylsuchender und migrierender Menschen wird durch die hausärztliche Versorgung geleistet, und das bei geringer werdenden freien Kapazitäten der Hausärzt*innen für neue Patient*innen.

Das Modellprojekt DimeA im Landkreis Hildesheim mit dem dortigen Amt für Migration, Integration und Demographie, dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen (HÄVN) und dem Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Göttingen zeigt, wie die medizinische Behandlung Geflüchteter mit fehlenden oder nur geringen Deutschkenntnissen in der hausärztlicher Versorgung strukturell verbessert werden kann.

Die mehrsprachige Anamnese-App aidminutes.anamnesis wird im Modellprojekt zum Einsatz gebracht, um die Sprachbarriere zu überwinden: Akut Erkrankte geben in der App in ihrer Sprache ihre Beschwerden und Symptome noch vor dem Arztbesuch ein. Die strukturiert erfragten Informationen werden in einem arztbrief-ähnlichen Format in Deutsch zusammengefasst, der aidminutes Synopse. Sie wird ausgedruckt zum Hausarzttermin mitgebracht.

Die Arztpraxen sind über den Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen im Landkreis über diesen Einsatz informiert. Am Tresen in der Arztpraxis nehmen die medizinischen Fachangestellten die ausgedruckte Synopse entgegen, scannen den QR-Code und können so die Informationen in das PVS in die Patient*innen-Akte übernehmen. Der behandelnden Ärztin bzw. dem Arzt stehen die benötigten medizinischen Informationen sofort zur Verfügung.

Artikel zum Modellprojekt in: Der Landkreis, 5/2025, Deutscher Landkreistag; Heft: „Offene Reformbaustellen im Gesundheitswesen für die Landkreise“, Artikel: Struktureller Lösungsansatz für die Versorgung von fremdsprachigen Patienten in Hausarztpraxen

Autorinnen und Autoren:
Bernd Beyer (Koordinator für Migration und Teilhabe, Amt 913 – Amt für Integration, Migration und Demographie, Landkreis Hildesheim); Prof. Dr. Eva Hummers (Direktorin, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Göttingen und Hausärztin); Dr. med. Bernd Schüttrumpf (Facharzt für Allgemeinmedizin in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Sarstedt, Bezirksvorsitzender Hildesheim des Hausärztinnen und Hausärzteverbandes Niedersachsen, Hildesheim); Philipp Geisler (Geschäftsführer aidminutes.org gUG, Hamburg)